Tag Archive for 'filesharing'

Giuseppe Baldini und die Musikindustrie

Dank Sørens milder Gabe, habe ich seit einer Woche die neu eingespielte Hörfassung von Patrick Süskinds “Das Parfum” auf den Ohren – jeden Tag 20 Minuten auf den Weg zur Arbeit, 20 Minuten zurück – eine halbe CD Kurzweil pro Tag.

Momentan stecke ich in der dritten CD, die den alten Parfumeur Giuseppe Baldini einführt. Bei ihm geht der Protagonist der Novelle, der Mörder Grenouille, später in die Lehre. Baldinis Klagen über die Zustände im Gewerbe wirken recht modern und haben mich spontan an etwas erinnert.
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Interview mit Clemens Rasch: “Die Fahrscheine bitte!”

Aus gegebenen Anlass möchte ich an dieser Stelle auf ein Interview hinweisen, das Peter Kusenberg für freenet.de mit proMedia-Inhaber Clemens Rasch geführt hat. Ein Auszug aus dem vierseitigen Artikel “Der Angstmacher:

“Im Juni 2006 erschien eine Studie des seriösen IT-Unternehmens ipoque GmbH, die implizit besagte, dass große Abschreckungsaktionen gegen Tauschbörsianer nicht die von der Industrie erhoffte Wirkung hätten. So sei der P2P-Datenverkehr nach der eDonkey-Razzia kurzfristig um rund 15 Prozent gesunken, habe drei Wochen später wieder das vorige Niveau erreicht. Rasch hingegen glaubt an die Abschreckung oder gibt zumindest vor, daran zu glauben. Er sagt: ‘Auf Dauer halten wir an der Botschaft fest: Jeder muss wissen, dass es ihn treffen kann. Das ist wie in der U-Bahn: Jeder muss jederzeit damit rechnen, dass sein Fahrschein kontrolliert wird.’

Das vollständige Interview kann im Computerbereich von freenet.de nachgelesen werden.

Napster is back

…und es ist gar nicht mal so gut.

Download-Dienst Napster

Was ist von einem Musik-Download-Anbieter zu halten. der seine Kunden nicht in das Angebot schauen lässt? Sehr wenig, würde ich sagen. Eine Suche über das nunmehr legale Angebot des Dienstes, der ganz frisch auch in Deutschland zu haben ist, führt zu Resultaten wie:

Ja, es gibt mehrere Ergebnisse für den Interpreten bei Napster.

Man ist versucht, dem Suchergebniss den Kommentar hinzuzufügen: “Aber wir lassen Dich nicht reinschauen!” . Dafür soll ein Client installiert werden und das klingt dann so:

Napster downloaden, um noch heute auf die Songs dieses Interpreten und mehr als eine Million weiterer zugreifen zu können.

Die Software aber will nach der Installation die Suche über den Dienst erst zulassen, wenn Benutzername und Rechnungsdaten angegeben werden. (Na klar, genau das werde ich machen, um das Angebot des Diwnload-Dienstes zu checken…)

Bei Top-Interpreten wie “Madonna” oder “The Beatles” heißt es übrigens nur lapidar:

Es wird noch daran gearbeitet, Musik des folgenden Interpreten anzubieten: “madonna”. Es kommen täglich neue Interpreten und neue Musik hinzu. Sehen Sie bald wieder nach.

Napster, so wird das nichts mit der Musik-Flatrate… ich empfehle im übrigen für die Liebhaber spezieller Musiken Finetunes, deren Download-Konzept ist mir viel synphatischer.

Eltern haften für ihre Kinder

Nun geht es also los: Bislang wurden alle Streifälle der RIAA (Recording Industry Association of America) außergerichtlich entschieden. Zu groß war die Angst bei den Beklagten vor horrenden Prozesskosten.

Eine alleinstehende Mutter von fünf Kindern will der mächtigen Organisation nun aber die Stirn bieten, da sie sich zu Unrecht von der RIAA verdächtigt fühlt.

Der erster Termin von Frau Santangelo vor Gericht hat echten Unterhaltungswert, da der Richter keinen Hehl daraus macht, dass er mit der Mutter sympathisiert. Ein Auszug aus dem Protokoll:

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