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Ein Lexikon für die Hosentasche

Ja, es gibt sie noch, die Situationen, in denen man kein Zugriff auf das Netz hat. Vor einigen Wochen war ich auf dem Deichbrand-Festival in Cuxhaven. Der gefeierte, uns aber völlig unbekannte Hauptact des Abends, Subway to Sally, roch nach Rammstein, roch nach Osten, roch nach Instant-Düsternis für Grufties. Leider war keine Ressource zur Hand, um die Wiege der Herrschaften zu lokalisieren.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Auf einer Micro-SD-Speicherkarte (2 GB) für das Nokia E50 befindet sich seit einigen Tagen die mobile Edition (Download) der deutschsprachigen Wikipedia. Circa 1,5 GB umfasst das Lexikon derzeit – wohlgemerkt ohne Bilder. Aufgerufen wird sie über ein Programm namens Mobipocket (Download), in dessen Format sie auch vorliegt.

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Der Zugriff erfolgt über eine Suche, die beim Tippen bereits die ersten passenden Ergebnisse anzeigt. Alles in allem sehr komfortabel auch über einen Bildschirm, der nur 320×240 Pixel darstellt. Zudem kostet das Nachschlagen keinen Cent Netzgebühren, weil offline. Und Subway to Sally kommen… ich hab´s doch geahnt: aus Potsdam.

Nokia E50 und SyncML

Jahrelang hatte ich ein altes Nokia-Handy, das 3510, in Benutzung: lange Akkudauer, robust, gut erreichbare Tasten und häßlich wie die Nacht. Und dann kam vor einem Jahr tatsächlich das K650i von Sony Ericson ins Haus. Ich hatte es in einem Preisausschreiben gewonnen. Nach einem ausführlichen Test gab ich es wieder ab. Die Bluetooth-Verbindung und das Kontaktemanagement waren einfach grottig.

Seit einer halben Woche nutze ich nun ein Handy der aktuellen Generation mit Symbian 3rd Edition: Nokias E50. Zeit für ein kleines Zwischenfazit: Die Bedienung des Smartphones wirkt in sich konsistent. Abgesehen von der Boot-Zeit beim Einschalten scheint das OS vom der Geschwindigkeit her nicht schnell, aber ausreichend schnell zu laufen. Eine kleine Katastrophe sind die winzigen Fonts auf dem Display, die sich tatsächlich nicht von Haus aus vergrößern lassen. Man stelle sich das vor! Nur durch einen komplizierten Hack soll man die Schriftgröße und die Fontwahl verändern können.

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Das Symbian selbst führt sich im Betrieb restriktiv wie ein Windows Vista auf: Kaum eine Freeware darf installiert werden. Der Grund dafür ist der Umstand, dass das E50 nur zertifizierte Software akzeptiert. Da die Zertifizierung für Open-Source-Entwickler nicht in Frage kommt, muss man sich selbst als Entwickler bei Symbian registrieren und ein eigenes Zertifikat erzeugen. Die Anmeldeseite ist aber zurzeit gesperrt. Cool, wa?

Beeindruckend finde ich ein Feature, das sich SyncML nennt. Alle wichtigen Daten, Kontakte, Termine und Aufgaben können mit einem Dienst eigener Wahl im Netz abgeglichen werden. Ich habe mich für das O2 Communication Center entschieden, da der Traffic, der beim Abgleich der Daten erzeugt wird, noch bis zum 31.07.2008 kostenlos ist. Es gibt aber noch andere Dienste wie Mobical oder Zyb.

Die Server-Einstellungen für die Syncronisierung werden bei O2 via SMS übermittelt und müssen nur noch abgespeichert und damit als Verbindung eingetragen werden. Der anschließende Sync klappte auf dem E50 problemlos. Die Datenmenge bei circa 40 Kontakte und einigen Kalendereinträgen liegt bei ungefähr 100 KB Up- und Download, je nach der Menge der Details, die in den Kontakten verwendet wird. Selbst mit der älteren Edge-Verbindung (4fache ISDN-Geschwindigkeit) des E50 war der Abgleich schnell vollzogen.

Fazit: Wer ein Symbian-Handy nutzt und sich nicht vorschreiben lassen will, mit welcher Software (per default natürlich MS Outlook) er seine Daten verwalten will, sollte überlegen, er nicht auf einen browsergestützten Dienst ausweichen will. Hier stellt sich dann nur noch die Frage, ob und wem die Daten anvertraut werden sollen. Aber so ist es mit Freemailern ja auch.