Vor einem Jahr drückte ich bereits meine Verwunderung darüber aus, dass es so was wie Audioblogs im Netz gibt. Damals war mir eine iDisk aufgefallen, auf der wirklich interessante Tracks gespeichert waren. Wie anschließend klar wurde, war das das musikalische Backend des Audioblogs aurgasm.us.
Im Laufe der letzten elf Monate habe ich die Arbeit von Paul Irish wirklich zu schätzen gelernt. Seine Podcasts sind Pflichtlektüre für meine Ohren. Einige der vorgestellten Künstler, wie zum Beispiel Hanne Hukkeberg, habe ich durch die Arbeit von Irish kennen- und kaufengelernt.
Nun ist eingetreten, was kommen musste:
Continue reading ‘Legal, illegal: Audioblogging (Teil II)’
Sehr informativ für uns alle, schätze ich: die Seiten von Abmahnwelle. So heißt es auf der Infoseite über den Charakter von Abmahnungen in Deutschland:
Nirgendwo sonst treibt das Abmahnwesen solche Blüten wie in Deutschland.
Kein Wunder, denn: nur in Deutschland darf für die Abmahnung kassiert werden.
(…)
Das in Deutschland einmalige Problem liegt nun darin, dass der finanzielle Anreiz der „bezahlten Abmahnung“ dazu ermuntert, die Kanonen zur Erlegung möglichst vieler Spatzen in Stellung zu bringen. Jeder Spatz ist einer in der Hand, und in der Summe geben diese Spatzen einen Riesenbatzen.
Quelle: www.abmahnwelle.de
Leider bietet der Verein keine individuellen Hilfestellungen an. Bleibt nur zu hoffen, dass die Lobby gegen Abmahnanwälte so groß wird, dass ihnen die rechtliche Grundlage für das Durchstöbern von Suchmaschinen nach potentiellen “Kunden” von politischer Seite entzogen wird.
Auf einen schönen Artikel über die “Pubertät der Blogoshäre” möchte ich kurz hinweisen. Gerade im Zusammenhang mit den jüngsten Abmahnungen (von denen es scheinbar mehr gibt, als ich zunächst vermutete), ist der Artikel auf Axonas über Solidarität interessant:
Die Blogosphäre scheint mir ein Zwischenstadium, eine Art Pubertät, die besonderen Schutz – eben unserer Solidarität – bedarf, damit sie gedeihen kann.
und weiter
Wir erleben gerade wie wirkliche Aasgeier sich die juristische Welt und ihre Instrumentarien zu nutze machen, um über das Abmahnunwesen entweder nichts weiter als Geld zu verdienen oder mißliebige Äußerungen aus der öffentlichen Wahrnehmung zu drücken. (…) Diejenigen, die die Möglichkeit haben, einen Anwalt zu finanzieren können sich mit juristischer Einschüchterung gegen die durchsetzen, die kein Geld für einen Rechtsberater haben. Aber die Bedrohung selbst ist eine juridischer Art, nicht ökonomischer.
Quelle: Von Solidarität und “Erdnussschwanzträgern”
Das ist doch nun wirklich pikant. Der neue Zune-Player, Microsofts Antwort auf den iPod, der zum Weihnachtsgeschäft in USA kommen soll, wird gegen die Creative Common Licence (CCC) verstoßen. Wer sich Musik dieser Gattung auf den Player lädt und diese dann mit anderen Zune-Besitzern via WLA teilen will, wird folgendes unschönes Detail bemerken:
Alle Titel, die Zune via WLAN empfängt, werden ausnahmslos mit einem Kopierschutz versehen. Damit nicht genug wird jedes einzelne Stück nach dem Empfang auch nur maximal 3x abgespielt und spätestens automatisch nach drei Tagen wieder gelöscht.
Quelle: Goliath versus David (gulli.com)
Damit verstößt Zune gegen die Lizenzbestimmungen der CCC. Da die Empfindlichkeiten bei den Verfechtern Freier Software bei Verstößen gegen das Lizenzmodell erfahrungsgemäß sehr ausgeprägt sind, ist das Konfliktpotential beträchtlich. Das wird eine spannende Auseinandersetzung.
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