Monthly Archive for Juli, 2008

Kijiji – für meinen Geschmack etwas zu kontaktfreudig…

Ich habe über das Kleinanzeigen-Portal Kijiji gestern und heute diverse Antwortmails von älteren Männern erhalten, mit denen ich angeblich Kontakt aufnehmen wollte.

Die meisten dieser Herrschaften sind offensichtlich einsam. Daher nutzen sie das Kleinanzeigen-Portal Kijiji. Hier ein kleines Beispiel:

Hallo Fliege,
du hast auf meine Anzeige bei Kijiji geschrieben. Super, habe aber leider nur die Info erhalten, was du geschrieben hast, weiß ich leider nicht. Schick doch bitte deine mail noch mal an diese Adresse. Vielen Dank.
Schöne Grüße Uwe

Verwundert rieb ich mir die Augen. Das war kein gewöhnlicher Spam. Da klopfen Mails aus Fleisch und Blut an mein Postfach. Wie konnte es dazu kommen?

Nach etwas Recherche wurde mir klar, dass man bei Kijiji scheinbar Kontakt aufnehmen kann, ohne dass es irgendeine Form von Check gibt. “Per E-Mail auf die Anzeige dieses Anbieters antworten” nennt sich diese Funktion und dort lassen sich Adressen (scheinbar auch automatisiert) eintragen:

Kein Capcha schützt den Mail-Versender und natürlich auch den einsamen Mitfünfziger vor Enttäuschung. Muss das sein, Kijiji? Sicherlich sollte man es dem Kunden leicht machen… aber so leicht doch wieder auch nicht.

Demo läuft? Ja, sie läuft…

230 Unterschriften und 80 längere oder kürzere Gespräche später muss ich sagen, dass es ganz schön anstrengend ist, sich für eine Sache wie ein Turbostaubsauger zu engagieren. Am Freitag klingelte einer dieser neumodisch in Blau uniformierten Polizisten. Kann mich an diesen Hollywood-Look nicht gewöhnen. “Hallo, schön dass ich Sie erreiche. Ich betreue die Demonstration von Seiten der Polizei. 10 Minuten hatten Sie eingeplant?” “Circa 10 Minuten!”, sage ich. Daran erinnere ich mich genau. Das ist der Deal mit der Versammlungsbehörde. Circa 10 Minuten… Hmm, wird ganz schön knapp, denke ich – Rede halten, der Frau vom Kerngebietsausschuss die Unterschriftenliste in die Hand drücken, Zebrastreifen ausrollen, Kinder drüberlaufen lassen, Versammlung auflösen.

Der Polizist drückt mir seine Karte in die Hand und sagt “Einen schönen Tag noch.” Auf der Karte steht: Klaus Dieter Charlet-Liebe. Was ist denn das für ein Name? War das ein Faschingsangriff? Egal, weiter Unterschriften sammeln… der Zuspruch wächst, die Mütter zeigen sich schon gegenseitig den komischen Vogel mit der Mappe unterm Arm. Zur Demo sollten mindestens 100 Leute kommen. Starke Verbündete sind die Senioren mit dem Rollator. Die sind langsam, die haben Zeit und die sind genervt von der Ecke und unterschreiben gerne. Insgesamt bin ich zufrieden und etwas müde.

Leonie will sich einen Badeanzug anziehen, weil sie im Fernsehen gesehen hat, dass auf Demonstrationen Wasserwerfer eingesetzt werden. Überall hängt unser Zebra. Langsam wird die Zeit knapp. Aber immerhin, die Rede (PDF) ist fertig. Die Flüstertüte wird auch gerade besorgt… Ich glaube, Demonstrieren ist was für Studenten, die haben Zeit. Fühle mich gerade nur bedingt renitent…

Besuch im Saz Keller von Hazir Demir

Ich hatte heute Gelegenheit, dem “Saz Keller” in der Schanze einen Besuch abzustatten. Das hatte ich schon lange vor, bislang aber kaum Zeit. Zurzeit hilft Saz-Maestro Malte im Laden aus, da der Besitzer Hazir Demir auf Promo-Tour für seine CD “neylersin” in der Türkei weilt. Der Laden liegt etwas versteckt unterhalb eines Frisörladens im Herzen der Schanze und man kann dort viel über das Instrument erfahren. Aber seht und hört selbst, was Malte alles zu erzählen hat:

Die Adresse lautet übrigens:
Saz Keller, Bartelsstr. 8-10, 20357 Hamburg, Tel:0172/4063868
Mo-Sa: 13.00-21.00 Uhr, So: 15.00-19.00 Uhr

Demo Lindenpark

Ich habe meine erste Demo angemeldet… auf meine alten Tage. Der Polizist musterte das Formular und meinte: “Das ist aus dem internen Schriftverkehr.” Ich: “Das hab ich aus dem Internet.” “HEINZ!” Polizist geht ins Hinterzimmer. “Das ist aus dem Internet.” Brabbel, brabbel. Tuschel, tuschel. Wieder nach vorne zum Tresen. “Alles klar, ich pack das in die Hauspost und dann geht das nach Eimsbüttel zur Versammlungsbehörde. Da sollten Sie Donnerstag dann mal anrufen.” “Kann ich eine Quittung haben?” “Quittung?” Stirnrunzeln. “Ja, da spricht eigentlich nix gegen. Ich kopiere das und mache einen Stempel drauf.”
Wieder draußen freue ich mich über den einfachen Weg. Nicht einmal warten musste ich. Ach ja, und darum geht’s.