Es existiert eine trottelige Konstante in meinem Leben, die mich immer wieder ärgert. Ab und an gibt es kleinere Acts, die ich gerade kennenlerne, irgendein unbekanntes Zeugs, wie zum Beispiel just heute die wunderbar unprätentiöse, klare Musik von Denison Witmer und dann gucke ich auf die Webseite und sehe, dass der Knabe genau vor einem Jahr quasi vor meiner Haustür im Fundbureau gespielt hat. Und ich war nicht da… argh!

Den Effekt habe ich zum ersten Mal bewußt erlebt, als ich vor Jahren die Musik von Adam Green für mich entdeckte. Der Mann war noch nicht in der Gazette und auf seiner Seite stand, dass er gerade einen Monat zuvor in Hamburg gespielt hatte. Das nächste Konzert war dann schon mitten im Hype: Gast bei Harald Schmidt, FAZ, Surkamp-Büchlein. Alle Maden kringelten sich schon um Green.Das gleiche war’s mit “Kings of Convenience”. Ich gehe doch nicht auf eine Massenschmuseorgie in die Fabrik. Proppevoll war es im letzen Jahr, das habe ich wohl gehört.
Immerhin: Denison Witmer kennt niemand hier (außer das Haarbüschel mit den guten Ohren). Man kann seine Platten nicht kaufen. Gut so. Vielleicht bleibt das noch ein paar Monate so – etwas so lange, bis das Konzert in der Ponybar, Astradings oder sonst wo durch ist. Dann kann er von mir aus wie Feist im CCH und in iPod-Trailern auftreten – bestuhlt, teuer, ausverkauft.
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