Ich muss sagen, dass ich mit der Diskussion um den Panorama-Beitrag über Killerspiele hochgradig zufrieden bin. Um es auf den Punkt zu bringen: Schlechte Recherche und Manipulation, wie sie dieser Beitrag scheinbar enthält, werden konsequent aufgezeigt und in breiter Form in den Strukturen des Netzes verhandelt. Mittlerweile sind derart viele Gegendarstellungen, Rechtfertigungen, Einschätzungen, Kommentare und Beschwerden dazu online, dass der erzieherische Effekt kaum zu übersehen ist.
Was macht diese empörte Nachlese um “Morden und Foltern als Freizeitspaß” deutlich? Eine eigentlich selbstverständliche Regel im Journalismus, die Pflicht zur Sorgfalt und Sauerkeit der abgelieferten Arbeit, wird künftig von Kollegen wie Sonja Mayr sicherlich ernster genommen werden, auch in Hinblick auf mögliche Konsequenzen durch ein breites, kritisches Feedback.
Gleichzeitig hat die Diskussion um die Darstellungsweise des Beitrags definitiv einen emanzipatorischen Effekt. Viele Menschen haben sich mit der Schnittechnik des Panorama-Beitrags auseinandergesetzt, mit den Manipulationsmöglichkeiten, die dem Medium innewohnen.
Die Macher bei der ARD geraten unter einen.. na, nennen wir es mal positiven Druck. So etwas wäre bei einer anders gelagerten Thematik zehn Jahre früher kaum denkbar gewesen. Das zeigt gleichzeitig, dass die Macht etablierter Medien zunehmend schwindet. Wie schon eingangs erwähnt: Ich bin sehr zufrieden mit dieser Entwicklung. Mir scheint, dass die Stimmen vielfältiger geworden sind, und dass dies auch hilft, künftig schneller die Spreu vom Weizen zu trennen.
Hier noch einige abschließende Links auf Blogbeiträge, die den Panorama-Beitrag kritisch auseinandernehmen:
Joerissen: Wer ist eigentlich Bert Weingarten?
Gefuehlskonserve: Panorama im Populismusland
Netzpolitik: Panorama fabuliert über Vergewaltigungen in Computerspielen
.. hab’ mir den Film angesehen & die Links abgesurft, sehr interessant, Jens. Danke.