Neuer Verstärker

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, den Trademark 60 bei Amptown schnell abzugreifen, um pünktlich zum Mittagessen im trauten Kreis der Familie wieder aufzuschlagen. Da aber der Moment (die Taschen voller Geld, ein paar Stunden frei) nicht so schnell wiederkommen wird und es bei Amptown zudem völlig ruhig war, habe ich mich hingesetzt und alle Verstärker bis 800 Euro in Augenschein genommen.

Der Trademark 60 fing in der ersten Belastung merkwürdig an zu schnarren, der kleine Framus nebenan ebenfalls. Und so ging´s dann los: Fender-Amps, No-Name-Amps, Hughes & Kettner-Amps. Nur das Ohr hat entschieden. Und ich muss sagen, dass ich mit der Entscheidung rein markentechnisch und optisch, nun ja, mäßig zufrieden bin: Peavey Delta Blues 115.

Peavey Delta Blues 115

Warum dieser Verstärker? Als Combo muss ein Verstärker für mich gigtauglich sein und sollte trotzdem transportabel bleiben. Damit fallen die größeren Combos mit zwei 12-Zoll-Speaker einfach weg. Bei den Single-Speaker-Amps ist alles unter 12-Zoll-Lautsprecher Käse, weil die Membran einfach nicht genug Luft in Bewegung setzen kann.

Die in Frage kommenden Verstärker bei Amptown basierten fast ausschließlich auf Röhrentechnik (außer der Trademark 60). Mir wurde im Spieltest schnell klar, dass die kleineren von ihnen, wie etwas ein VOX mit 15 Watt einfach zu schnell anzerren bei normaler Gig-Lautstärke. Auch ein schöner kleiner Hughes & Kettner-Verstärker namens Tube 20 zerrte einfach zu schnell an. Schade, denn dieser Amp verfügte über das beste Klangbild vor Ort.

Peaveys Delta Blues-Amp brachte dann die erforderlichen Fähigkeiten mit. Er zerrt mit seinen 30 Watt relativ spät an. Zudem hat der Amp einen 15-Zoll-Speaker an Bord. Das Gewicht ist höher (circa 20 kg), aber der Amp kann trotzdem von einer Person 100 Meter geschleppt werden, bevor der Puste ausgeht. Das war bei dem ENGL Fast Hand samt 4x12er-Kitty-Hawk-Box nicht der Fall. Der Klang ist spielneutral, kein Twang (wie beim Fender), kein warmes Mupfen. Ein erster Anspieltest im Proberaum fiel dementsprechend unspektakulär aus. Klingt eigentlich ähnlich wie mein ENGL Fast Hand, etwas weniger Volumen, aber durchsetzungsfähig.

Am Dienstag muss er sich bei der ersten Guete-Probe bewähren. Peavey, klingt weder klassisch, noch interessant… tss, tss, damit kann ich wirklich nicht posen.

8 Responses to “Neuer Verstärker”


  • Glückwunsch zum neuen Amp! Habe den Delta noch nie gehört, aber schon gutes drüber gelesen, und auf 15 Zöller stehe ich auch… Und das “Peavey”-Schild kann man ja abschrauben.

    Hatte ich schon erwähnt, das ich mir neulich einen sehr billigen Silverface-Twin (135 Watt-Version) gekauft habe? Der ist zwar nicht mehr so richtig fit, so das ich noch den einen oder anderen Euro reinstecken muss, aber ich glaube, das wird wieder ein wunderbarer Amp werden, vor allem, wenn der 15″ Weber California drin ist, den ich ihm spendieren werde. Das Tragen durch eine Person wird aber leider auch dann nicht klappen.-

  • Ich stecke so selten in Mukker-Equitement-Themen drin, aber Freund Jochen will sich auch gerne verkleinern, nachdem ich vorgelegt habe. Hast Du einen Tipp bezüglich einer durchsetzungsfähigen Basscombo?

  • Was den Silverface-Twin angeht, das erinnert mich an Vivianes ehemaligen Mitbewohner Thomas, der ein einen alten Reperaturfender über Monate zuhause stehen hatte und immer und immer wieder dran rumdokterte. Das wurde zum Schluss schon legendär, das Doktern.

  • Glückwunsch nochmal Jens. Interessante Beschreibung zum neuen Teil. Beim absurfen der “Thomann- Seiten” ist mir der knallige Orange Verstärker wieder aufgefallen, den hatte früher ein Kumpel bei uns aus der Combo. Auch eine irrer Druckmacher, aber eher etwas für solo …

  • Mit Basscombos kenne ich mich gar nicht aus… Finda aber, das bei Bässen je mehr Lust bewegt werden sollte, desto kleiner die Bühne ist. Bei grossen Venues wirds eh abgenommen und man hat Monitore…

  • Ich bin zwar Bassist, aber kein “Techie”. Ich würde diese Combo wählen, wenn ich könnte, wie ich wollte:

    Hartke Kick Back 15

    Frag aber bitte nicht, warum. ;-)

  • Warum? Weil ich mit meinem Hartke Top-Teil sehr zufrieden bin.

  • Da muss ich mir selbst glatt noch einen Kommentar schreiben zum Peavey. Zwei Konzerte mit dem neuen Verstärker und schon drei Feedbacks über den guten Gitarrensound! Das spricht für sich.

Leave a Reply