
BILD-Handy-Reporter, Readers Edition… die aktuelle Ausgabe der ver.di Mitgliederzeitung “Menschen machen Medien” bringt einen Sack voll Artikel zum Thema “Bürgerjournalismus”. Hier ein Zitat aus einem Interview mit Christoph Neuberger (KuWi-Professor, Münster):
Die Behauptung, dass professioneller Journalismus durch Weblogs ersetzt oder verdrängt werden könne, halte ich für unsinnig. Es gibt natürlich ein paar Blogger, die mit hohem Selbstbewusstsein solche Dinge behaupten. Blogs sollten nicht unterschätzt werden, sie sind aber eher eine Ergänzung. (…) Meist handelt es sich um Produkte von Menschen, die eher über ihren privaten Alltag berichten, Kontakt zu Gleichgesinnten suchen und gar kein Interesse daran haben, mit relevanten Themen eine größere Öffentlichkeit zu erreichen.
Quelle: Berufsrolle im Wandel
Ubuntu, fon, Musik, Software-Tweaking: Der “Kontakt zu Gleichgesinnten” ist mir wichtig. Es ist selbstverständlich anregend, wenn man sich mit Menschen über Dinge austauschen kann, die einen gerade beschäftigen. Dennoch steckt hinter dem ganzen Prozess mehr, als von Neuberger angenommen.
Die anfängliche Stimmung gegen Blogs bei den etablierten Medien (Beispiel: SpO) ist mittlerweile verflogen. Man macht munter mit beim allgemeinen Mash-Up. Viele Medien nutzen “uns Blogs” zunehmend als Info-Lieferanten, bringt munter You-Tube-Videos, Netz-Gossip und ab und zu auch ernsthafte Themen aus der Netzgemeinde, wenn die Redaktion der Ansicht ist, das noch nirgendwo gelesen zu haben.
Ich schätze, der klassische Journalist wird zu einem Minderheiten-Phänomen werden, unbezahlbar in seiner Unabhängigkeit, isoliert in seinen Recherchen. Das Berufsbild beginnt jetzt schon, sich radikal umzugestalten. Wie ist Eure Meinung dazu?
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