Seit zwei Tagen ist mein Fon-Router da, subventionierte Hardware von fon.com, ein Linksys WRT54GL; endlich ein Wlan, das in den zweiten Stock unserer Wohnung reicht.
Der Router bringt gleichzeitig auch das fon-Prinzip des “Social Routings” ins Haus, das man sich sehr plastisch bei den Google Maps mit fon-Filter ansehen kann. Wer einen Anschluss zur Verfügung stellt, kann bei anderen Foneros mitsurfen. Dafür muss er sich nur über die fon-Seite einloggen.

Es gibt drei Prinzipien bei fon: Linus, Bill und Alien, die unterschiedliche Preismodelle mit sich bringen (ratet mal wer was verkörpert) von kostenlosen Hotspots bis hin zum Kauf von Tickets für die Benutzung eines fremden Netzes als “Alien”.

Hinter fon.com stecken die alte Bekannte: Google und Skype, die mal eben 12 Millionen Dollar in das Unternehmen gebuttert haben. fon-Chef Martin Varsavsky versprüht um fon einen leicht sozialistischen Touch. Gegenüber dem Spiegel behauptet er: “Die Idee von FON ist, dass alle teilen und voneinander profitieren.” Das klingt nach Web 2.0 und Net-Revolution. Aber ob die Investitionen jemals wieder reinkommen? “Wir geben pro Monat eine halbe Million Euro mehr aus, als wir einnehmen.”, meint Varsavsky offen. Über Masse will er den Break-Even-Point schaffen. Und das gelingt eben nur über subventionierte Router; gerade einen solchen habe ich just bestellt.
Eine Blogger-Meinung über die Perspektive der fon-Idee von Fonblog.de. Wie Gerhard auf 20 Mio. Risikokapital kommt, ist mir nicht klar. Der Spiegel spricht von 12. Mio.:
Wie in diversen blogs berichtet wird, “verbrennt” FON.com aktuell 500.000 EUR monatlich an Risikokapital (“VC”). (…) Bei einem zur Verfügung gestellten Venturekapital, “VC”, von 20 Mio EUR bedeutet dies eine unternehmerische Reichweite von aktuell etwa 40 Monaten, also 2009/2010 bis sich die Vorräte erschöpft haben. Einnahmen, die ja parallel auch anfallen, sind hier noch nicht mit eingerechnet. Das Projekt hat also noch einen “langen Atem” für seine Aktivitäten.
Quelle: Fonblog.de
Zipzipchaos meint, dass zumindest das Prinzip der Erzeugung von sozialen WLAn-Netzen durchaus vielversprechend ist. In Berlin Mitte gibt es wohl ganze Stadtgebiete, in denen die Telekom Anfang der 90er Glasfaser verlegt hat. Diese urbanen Zentren darben jetzt, weil die Grundlage für schnelles DSL fehlt. In den selbstgeschaffenen Communitys des Freinetzes versucht man dem Manko erfolgreich zu begegnen.
fon.com setzt dieser lokalen Lösung eine weltweite Community entgegen. 84400 Mitglieder gibt es zwar bereits, aber wenn man sich die hansenet-verwöhnte Schanze anguckt, sieht man schnell, dass der Sättigunsgrad in Hamburgs City noch lange nicht erreicht ist:
Naja, beide Seiten haben ja ihre berechtigung. Aber für mich ist Freifunk irgendwie sympatischer. Da sie eher dem Open Soure Gedanken Rechnung tragen. Fon möcht doch mit aller macht die Grössten werden. So lese ich es jedenfalls in verschiedene Berichten.
Gruss
Gunnar
Freifunk hat nicht das Potential, das fon als internationales Projekt mit Kapital im Rücken hat. Wie sich das aber in der Praxis machen wird… keine Ahnung. Hätte mal Lust tagsüber mit einem Notebook durch die Schanze zu laufen. Einige der verzeichneten Hotspots sind sicherlich nicht online. Zurzeit sind die fon-Maps nicht interaktiv, d.h. die inaktiven Hotspots werden nicht ausgeblendet. Daran arbeitet fon wohl gerade. Dann wird das Projekt sicherlich auch interessanter.
Freifunk ist ja auch eher privat organisiert. Ich finde es schade, das man immer nur Firmen und Ideen mit viel Geld im Rücken große Aufmerksamkeit bekommen. Ich denke “kleinere” Projekte haben auch die Aufmerksamkeit verdient.
Gunnar
Das scheint mir aber eher an der Größe des Projekts zu liegen. Wenn ein Projekt wie Linux, Firefox oder OpenOffice die kritische Masse erreicht hat, wird doch darüber berichtet.
Hmmm, ja das ist wohl war. Aber ich bin mal gespannt auf deine ersten Erfahrungsberichte. :o)
Gruss
Gunnar
Ja, mal gucken, wie der Hotspot genutzt wird. Aber zurzeit bin ich noch über die mangelhafte Auseinandersetzung von fon mit der Sicherheitslücke ziemlich aufgebracht.
Das Umfeld ist zudem auch komisch. So berichtet fonblog.de überhaupt nicht über die Lücke, kannst Du Dir das vostellen? Scheint ein “Jubel-Blog” zu sein ;)
Die angesprochene “hansenet-verwöhnte Schanze” würde sicherlich mehr Hotspots des Fonero Netzes aufweisen wenn Hansenet (“Alice”) die Bereitstellung bzw. Teilung der eigenen Flatrate mit der FON gemeinde gestatten würde.
Da Hansenet dies aber im allgemeinen schon durch Ihre AGB und im speziellen durch die Antwort auf eine diesbezügliche Mail nicht gestattet werden weiterhin nur Hansenet-Hotspots von Leuten auftauchen die die AGB von FON und Hansenet nicht gelesen, nicht verstanden oder nicht ernstgenommen haben…