Firefox, Thunderbird, Gaim, Audacity, Scribus, OpenOffice: Linux bietet viele Programme, die im Vergleich zu Windows einen ähnlichen Benutzerkomfort in der Programmoberfläche aufweisen. Eine ganze Reihe von ihnen sind als Cross-Plattform-Programme auch unter Windows oder Mac verfügbar. Wer allerdings ein gutes Audio-Recording-Programm sucht, guckt bei Ubuntu, Suse und Co. zurzeit noch in die Röhre. Cubase, Fruity Loops oder auch Reaper gibt es einfach nicht beim Pinguin.
In diesem Zusammenhang hat Prolinux einen informativen Bericht von Michael Bohle veröffentlicht, der sich durchaus kritisch mit der Haltung vieler Linux-Frickler auseinandersetzt und spannende Aussichten in die Zukunft von Audio-Recording im Linux-Bereich vermittelt:
Mit wenigen Ausnahmen, die von einem kommerziellen Background ausgehen, wie z.B. Ardour oder Rosegarden, sind die Linux-Audioprogramme oft mehr ein »proof of concept« als stabile, erwachsene Produktionstools. (…)
Das Thema VST ist problematisch. Virtual Studio Technologie ist von der deutschen Softwareschmiede Steinberg entwickelter Quasi-Standard für virtuelle Instrumente und Effekte, die in einem Host-Sequenzer Verwendung finden. Die Mehrheit der Linux-Audioentwickler lehnt diese extrem populäre, aber proprietäre Schnittstelle ab, zumal ein Betrieb von VST auf Linux bisher auch noch WINE erfordert. (…) Oft spielen ideologische Gründe eine Rolle für eine Ablehnung, die für Anwender schwer nachzuvollziehen sind. Außerdem gibt es noch die Lizenzfallen durch die restriktive GPL, die es nicht zulässt, proprietären und freien Code zu vermischen – oder wenn man es andersrum ausdrückt – man sehe es gern, dass Steinberg das VST-Format zu Open Source erklärt (was total unrealistisch ist).
Quelle: Jacklab ein Jahr später
Am Rande: Wer sich übrigens wundert, warum ich Gimp in der Auflistung oben nicht aufführe: Ich stehe mit Gimp trotz diverser Annäherungsversuche auf Kriegesfuß. Das GUI wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben. Ein schönes Beispiel ist die Crop-Funktion (Zuschneiden). Diese Funktion ist in Photoshop viel besser umgesetzt. Da ich nahezu täglich “crope”, ist Gimp (trotz Verfügbarkeit unter Windows) keine Alternative für mich… und für viele andere Nutzer auch, soweit ich das abschätzen kann.
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