Eigentlich abonniere ich keine Profile auf youtube.com. Der ganze Amateurvideokram ist öde. Oder um es exakter zu formulieren: In aller Regel interessieren mich die Videos am meisten, die sich auf YouTube eigentlich nicht finden lassen dürften: Musikclips, Lustiges, Historisches, Verblüffendes.
Heute habe meinen erstes YouTube-Profil abonniert – geriatric1927 – und es entspricht sogar der Intention der Plattform: usergenerierter Content, aus der Netzgemeinde für die Netzgemeinde. Schon klar, was da im allgemeinen dahinter steckt: Blödelvideos, Sexclips, Karaokekram und jede Menge anderes Zeug, das in 95 Prozent aller Fälle nicht interessiert. Doch der heutige Spreeblick-Tipp Bitch and grumble hat mir wirklich imponiert. Eine alte langsame Stimme zwischen all dem jungen Gemüse. Peter aus Nordengland verfolgt das Treiben auf YouTube schon länger und tut es dann einfach: Er eröffnet ein Videoblog und postet ein “Hello World” ins Netz… und das Netz antwortet. Und wie! 87.000 Abrufe, 4.700 E-Mail-Zuschriften.

Fünf Videocasts gibt es bereits, fast täglich kommt ein neuer Clip dazu. Und an exponierter Stelle hört die Jugend zu. Unheimlich kuschelig, so bei Opa in der Wohnung vor dem alten Dampfradio. Wo gibt es das noch im realen Leben? Oder was macht Euer Opa gerade, sofern es ihn noch gibt?
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