Monthly Archive for Mai, 2006

Psst…

Liebes Blog-Tagebuch,

Kollege Harms schickt sich selber anonymisierte Mails zu und prahlt damit vor den Kollegen am Mittagstisch. Muss ich mir ernsthaft Sorgen machen? Auch die Sache mit dem Container im Container, der sich selbst verstecken kann, halte ich für ernste Symptome einer beginnenden Meningitis. Wie schlimm mag es um ihn stehen?

Gema: 10 Euro pro Song

Es gibt ja das eine oder andere Blog, das gerne neue Musik vorstellt. Das macht Spaß und hat einen enormen Werbeeffekt auf die musikbegeisterte Hörerschaft. Auch auf der Brotkrumenspur käme mehr Musik zum Einsatz als reine Bettkantenlieder, allein ich traue mich nicht so recht, denn die böse IFPI prügelt zurzeit ja mächtig auf alles ein, was nicht bei drei die Datenleitung gekappt hat.

Und wenn auch die IFPI gerade zu sehr damit beschäftigt ist, ihre Kundschaft durch alle Hubs zu jagen, um das Phänomen Blogging genauer unter die Lupe zu nehmen. Es gibt Gottlob noch die Gema. Und die hat auf dem Podcastday2006 klar gemacht, wie sie sich Zahlemann und Söhne für die Szene vorstellt:

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) will für nicht-kommerzielle Podcast-Sendungen, die Musik als reine Einblendung (Intro und Outro) benutzen, monatlich fünf Euro berechnen, falls sie mindestens wöchentlich bereit gestellt werden. (…) Wer einen kompletten Song in seiner wöchentlichen Podcast-Sendung spielen will, muss zehn Euro bezahlen, wer täglich einen Song spielt, soll dreißig Euro Gebühr entrichten. (…) Der Tarif soll endgültig im Sommer veröffentlicht und angeboten werden, sagte Pappi.

Puh, Schwein gehabt, immerhin nicht 10.000 Euro pro hochgeladenen Song… Gibt es jemanden da draußen, der sich eine Monatsflatrate mit mir teilt? Wir machen fifty-fifty. Du 15 Songs, ich 15 Songs. Ist es nicht schön, für zeilgruppenrelevante Werbung auch noch zahlen zu dürfen?

"Cooler Spruch" für Raubkopierer

Trotzdem darf man ja froh sein, dass immerhin ein Zahlmodell vor der Kriminalisierung und in Kontakt mit der Szene eingeführt wird. Die großen Labels haben diese freundliche Umgangsweise der Auseinandersetzung leider nie gelernt.

Die Diktatur des schönen Scheins

Ab und zu greife ich Bücher aus meinem Schrank, um sie als Begleiter an einen Ort zu nehmen, an dem Erwachsene auch an streßigen, unruhigen Arbeitstagen, ein Stück Erholung finden können. Gerne darf diese Literatur prägnant und kurz(weilig) sein – Alfred Polgar ist da zum Beispiel ein guter Begleiter.

Vor kurzem griff ich die schon etwas angestaubte “Diktatur des schönen Scheins” und fand folgende Passage nett…

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Man achte auf die Erwähnung von BeOS. Auch das ist mittlerweile Geschichte, ebenso wie der diagnostizierte “Totalausverkauf” von Apple, den Autor Neal Stephenson in dieser Passage damals konstatiert. Wer hätte 1999 gedacht, dass iPod, Mac mini und Powerbooks mal derart abräumen würden?

Volkslieder

Bruce Springsteen bringt ein Album mit den alten Folksongs raus, die er mag. Bob Dylan zieht sich für die Basement Tapes zurück, Johnny Cash erdet sich mit Gospelchorälen aus seiner Jugend. Und wir haben gerade mal einen Hannes Wader, der auf irgendwelchen alten Platten immer wieder einige Volkslieder zusammenklaubt, um Identität daraus zu stiften. Und dann will niemand damit was zu tun haben – jedenfalls nicht aus meiner Generation.
Trotzdem bleibt sie ja nicht aus, die Konfrontation. Gerade wenn man Kinder hat und da wieder die Lieder sind, die eigentlich schon immer da waren und viel älter sind als Woody Guthrie, Pete Seeger oder die Carter Family, im katholischen Kindergarten 1974, im der reformierten Grundschule 1976 oder sonst wo. Und das Komische ist, dass es mir immer wieder überhaupt nicht schwer fällt, das Zeug zu spielen. Es passiert einfach so, nebenbei…

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