Gerade bin ich im Ubuntuusers-Forum auf einen lexikalischen Verweis zu einer Art und Weise der Interpunktionsinterpretation gestoßen, die einige Zeitgenossen gerne und systematisch praktizieren. Zwei möchte ich an dieser Stelle beispielhaft denunzieren (mögen sie mir dies als bekennende Regelverstößer verzeihen): Oliver und Dirk.
Nun, wer sich die Art und Weise der Interpunktion auf den Webseiten der beiden ansieht, dem wird schnell klar, dass alle Betonungs-Satzzeichen vom letzten Wort eines Satzes abgerückt sind. Dank Querverweis aus dem Forum weiß ich seit heute auch, was das ist, das da so quer in meiner Linse liegt… laut Wikipedia plenken diese Herren:
Das Wort Plenk bezeichnet im Netzjargon ein Leerzeichen vor einem Satzzeichen (zum Beispiel Komma, Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen) oder Wortzeichen (Bindestrich, Abkürzungspunkt), das dort nach den Regeln für den Schriftsatz (oder für das Maschinenschreiben) nicht hingehört. Das Setzen eines solchen falschen Leerzeichens wird als Plenken bezeichnet.
Warum sie dies tun? Nun, in sporadischen Unterhaltung über eine Eigenart war nur so viel rauszubekommen: Den Plenkern ist sehr wohl bekannt, dass diese Form grammatikalischer Freiheit nicht im Sinne der deutschen Rechtschreibung ist, allein: Das ästhetische Empfinden sagt: Hier stehe ich, ich kann nicht anders! Es sieht einfach besser aus !!!
Oha, ist hier irgendwo ein Rechtsanwalt ;- ) ?
Euer Ehren, ich möchte dazu etwas sagen ;-):
Ich setze in der Tat ein Freizeichen vor dem ! und auch vor dem dem ? Irgendwie mag ich das direkt rangequetschte ! & ? Zeichen sonst nicht leiden. Beispiele:
Das ist toll ! statt
Das ist toll!
oder
Ist das eine Frage ? statt
Ist das eine Frage?
Punkt (.) und Doppelpunkt (:) setze ich aber direkt hinter das Wort, da finde ich es nicht schlimm ;-).
Ich denke aber seit einigen Wochen schon drüber nach, ob ich mich nicht doch beugen möchte. Die, die nicht meine Freunde sind, wissen ja nicht, dass ich bewusst anders bin als andere Kinder. Ja, und die denken dann oft ich wüsste nicht, wie es richtig geht. Und das ist nicht schön !
Liebe Grüße
Dirk
Ich befürchte übrigens, dass in Kürze dann ein weiterer Exkurs über die Kommasetzung folgt, an dieser Stelle, Jens. Dann bin ich erst recht dran/ dann erwischt es mich voll ! Kommas setze ich zu einem Großteil nämlich auch so, wie es für mich nett aussieht. Ich habe nämlich kein Appretur und in der Schulzeit auch wenig Lust auf das Thema gehabt.
Dirk, unsere Klassiker von Goethe bis Schiller, Kleist und Hölderin waren sogar berüchtigt dafür, haben viele Eigen-Kompositionen in ihren Texten.
Deutsche Rechtschreibung, so wie sie uns eingeimpft wurde, gibt es erst seit 1901. Die Klassiker haben geschrieben wie´s ihnen in die Feder kam.
Mittlerweile versinkt die Welt der Grammatik (im Zuge der Globalisierung) in ein Chaos, aus dem der Duden sie nicht mehr befreien wird.
Aber ist auch klar: Da wo die Welt unsicherer wird, treten Radikalisten wie ich, verstärkt auf und pochen auf korrekte Schreibweisen. Also alles nur Neid auf kreative Freiheit ;)
Danke Danke Danke, lieber Jens ;-) !
Ich bin ein kleiner Goethe tralala,
ein Goethe juhuuuu
Hallo,
das Plenken kenne ich noch aus dem Usenet. Der Unsinn des Plenkens wird deutlich, wenn das Ausrufezeichen als Beispiel in Folge des Quotens in die nächste Zeile rutscht.
Beispiel:
“Plenken” kommt wahrscheinlich von einer Verballhornung des
englischen Wortes “blank” ( Leerzeichen ) .Und vermeiden sollte
man es , weil sonst der Zeilenumbruch u.U. fürchterlich( oder
, um ein anderes Wort zu gebrauchen und hier , weil grad passend
, ein paar Beispiele betont unauffällig einzustreuen : unsäglich
)in die Hose geht-so wie in diesem Absatz .
(Beispiel von hier)
Gruß,
Micha
oH mANN mANN !
Meine Freunde respektieren mich nicht mehr, weil meine Grammatik sssschlecht ist.
Pimp my Grammatik !!
Wenn das so weitergeht, rede tbal dkeine rmeh rmi tmir.
Na, wie ist das ? Immer den letzten Buchstaben ins nächste Wort rüberziehen ?
Ja ja so ist er, der Daumen auf der Leertaste, immer zu schnell.
Ja, “Konzentration auf das Wesentliche” ist die Botschaft ;-) ! Siehe hier:
http://www.spreeblick.com/2006/03/27/glkwnsch-nchtrglch/
Lieber Micha, vielleicht sollte ich dann künftig besser mal ein unsichtbares ASCI Zeichen einfügen, zwischen dem letzten Wort im Satz und dem Fragezeichen. Dann kann “Word & Co.” es nicht mehr einfach so umbrechen ;-). Alternativ die Frage: “Wer schreibt mir ein Script ?” Befehl für das Script: “Wenn Fragezeichen oder Ausrufezeichen, dann nicht umbrechen, auch wenn Freizeichen vorhanden” ;-).
Ja Jens, ich bekenne, auch ich bin ein blankender Plenker. Allerdings hat das ganze System, ähnlich dem von Dirk: vor einem Fragezeichen oder einem Ausrufezeichen gehört ein Plenk ! Nach jedem Komma gehört ein Plenk und – achtung jetzt kommst’s – nach jedem anderen Satzzeichen, wie Punkt, Fragezeichen oder Ausrufezeichen kommen sogar zwei Plenks !! Und wer sagt sowas ? Mr. Peterson ! Mr. Peterson ? Ja, Mr. Peterson. Das war mein Schreibmachinenlehrer in meiner senior class 1985/86 an der Thornapple-Kellog-Heigh-School in Middleville, Michigan. In Middleville, Michigan gehörten die Plenks in beschriebener Art an ihren angestammten Platz ! So war das, so haben wir unsere Punkte erhalten !
Ein imperativ, eine Frage, ein Satzt bekommt auf diese Art und Weise Raum sich zu enfalten, an den folgenden näher zu rücken, vom vorangegangen sich zu distanzieren. Der Text bekommt Raum seine eigene Aussage selbst zu bewerten, Stellung zu beziehen. Content generated value, nennt man das !