Legal, illegal: Audioblogging

Vor einigen Tagen bin ich auf eine iDisk im Netz gestoßen, die mir reichlich merkwürdig vorkam – angefüllt mit wundervollen Sound-Häppchen von vielen, zum Teil sehr unbekannten Künstlern.


Zuerst dachte ich, hier hätte jemand vergessen, seine Audiodateien für den privaten Gebrauch zu sperren. Aber bald schon begriff ich, dass hinter den Files ein Audioblogger steht, Paul Irish, der seine Lieblingsfiles über seine Webseite aurgasm.us allen Besuchern zugänglich macht. Aus Versehen war ich über die Hintertür in seine Songauswahl geraten.

Die erste Frage, die sich mir stellt, beeindruckt von dem Lärm, den die Musikindustrie auch dieser Tage (siehe hier oder hier) macht: Ist das legal? Warum klacken nicht die Handschellen im Land der RIAA?

Und tatsächlich, in einem Artikel über Paul Irish und das Phänomen Audioblogging bemerkt die Boston Globe:

Still, there have been some confrontations. Many bloggers have received ”cease and desist” letters from record labels asking them to take down specific tracks. And when the International Federation of Phonographic Industries (IFPI) complained to the Internet host of one popular blog, Moistworks, a group of audiobloggers discussed drawing up a code of conduct.

Der Deal lautet “Fair Use”. Blogger wie Irish lieben die Musik, möchten ihr zu mehr Bekanntheit verhelfen; nichts liegt ihnen ferner, als den Künstlern zu schaden. Daher werden nur schmale Soundgaben und immer auch der Kauflink zur CD präsentiert.

Viele kleine Labels halten die Füße still und freuen sich über die Promotion für ihre unbekannten Künstler. Aber wehe, der Sprößling wird groß… wechselt zum Major, dann Gnade Gott, dass Paul Irish rechtzeitig den Link aus seinem Blog entfernt… wer weiß… vielleicht wird er, während ich dies schreibe, bereits dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

1 Response to “Legal, illegal: Audioblogging”


Leave a Reply