Monthly Archive for Mai, 2005

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Bei dem Wettbewerb kann ich mitmachen

“Wie ich erfolgreich Firefox unters Volk brachte” lautet ein Schreibwettbewerb, den mozilla.org zum 50-Millionen-Download von Firefox auslobt. Zu gewinnen gibt´s eine von 50 Medaillen.

Firefox-Münze

Grob überschlagen habe ich den Browser auf circa 25 bis 30 Rechner dauerhaft installiert. In meinem Bekanntenkreis gibt es nur noch wenige Unverbesserliche, die Microsoft in besonderer Art und Weise verbunden sind ;o)

50 Mio Firefox

Sogar mein Kollege und ewiger Firefox-Skeptiker Michael Harms nutzt den Browser bereits… wenn auch bislang nur auf einer zweiten Surfstation. Es ist schon erstaunlich: Laut Spiegel surfen bereits ein Drittel aller Deutschen mit dem flinken Feuerfuchs. Wie heißt es so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft – in Redmond arbeitet man schon fleißig an Internet Explorer 7, nicht zuletzt, um verlorenes Terrain zurück zu gewinnen.

Schwimmer im dunklen Strom

An diesem Wochenende habe ich die bemerkenswerteste Geschichte seit langem gelesen, eine kurze Novelle in großen Lettern geschrieben, verpackt in eines dieser kleinen, häßlichen dtv-Bändchen mit den langweilgen, immergleichen Pinsel-Covern.

Wie es der Zufall will, dreht sich die Erzählung um eine Geburt (was für ein Griff, drei Monate vor dem Geburtstermin unseres zweiten Kindes).

Schwimmer in dunklen Strom

Der Autor William Kotzwinkle hat mit “swimmer in the secret sea” eines der traurigsten Stücke geschrieben, die je zu Papier gebracht wurden, eine große, nachdenkliche Klage über das Leben und den Tod: Ein Vater begleitet die Geburt seines Sohnes, die zugleich auch sein Sterben ist und zimmert einen Sarg, um ihn in den Wäldern Kanadas zu bestatten.

Wie jedes Stück großer Literatur berüht Kotzwinkles autobiographische Erzählung etwas Elementares und das auf so eine klare und unverstellte Art und Weise, dass die eine Stunde Lesestoff wie eine große Traumglocke über meinem Wochenende hing.

Dem Übersetzer der Novelle, Hans Pfitzinger, scheint es nicht anders ergangen zu sein, wie seine Bemerkungen zum “Swimmer” zeigen:

“Ich habe von 1973 bis 1978 in Kalifornien gelebt. Ein Freund drückte mir “Swimmer in the Secret Sea” (Schwimmer im dunklen Strom) in die Hand und sagte: “Das musst du lesen”. Ich lag am sommerlich heißen Strand und las Kotzwinkles Beschreibung des kanadischen Winters und bekam eine Gänsehaut. Ich dachte mir, wenn ein Autor das schafft, dann muss er etwas Besonderes sein.”

Eine etwas seltsam anmutende Randnotiz dazu noch: Kotzwinkle ist tatsächlich auch der Autor von “E.T.” – nach der unmittelbaren Lektüre von “Schwimmer im dunklen Strom” eine unwillkommene Konnotation, die ich lieber weggeschoben hätte, gerade wenn man bedenkt, dass die Anmutung des Außerirdischen durchaus einem Baby nachempfunden ist.

Das kurze Stück Literatur, das sich so bloß und schonungslos auf knapp 80 Seiten präsentiert, hat sich im Werk Kotzwinkles nie wiederholt. Ein Sonderfall also. Hier hat jemand seine ureigenste Angelegenheit zu Papier gebracht, das gelingt nur einmal, lässt sich nicht beliebig abrufen – bei aller Unvermeidlichkeit und Tragik also ein “Glücksfall” im literarischen Sinne.

Kotzwinkle lebt mit seiner Frau seit vielen Jahren zurüchgezogen auf einer Insel; menschenscheu und unnahbar für Journalisten. Nur Übersetzer Pfitzinger lud er ein. Er erinnert sich:

“Später habe ich ihn gefragt, weshalb er bei mir eine Ausnahme gemacht hat. “Weißt du, wenn einer ‘Schwimmer im dunklen Strom’ übersetzt hat, das persönlichste und intimste Buch, das ich je geschrieben habe, kann er als Mensch nicht ganz daneben liegen.”