Anfang der 90er Jahre kam ich zum ersten Mal mit einer Ausnahmeerscheinung des deutschen Literaturbetriebs in Berührung: Rolf Dieter Brinkmann. Die Mischung aus Radikalität, Musikbegeisterung und Pop-Rezeption schlug mich damals sofort in ihren Bann. In diesem Jahr gibt es verschiedene Jubileen zu feiern. Leider waren die meisten Termine schon im April und ich habe (wieder mal) so einiges verpasst, vor allem im D-Radio.
Insbesondere die Sammlung ACID, die Brinkmann zusammen mit Ralf Rainer Rygulla 1969 herausgegeben hatte, kann ich auch heute noch jedem Pop-Begeisterten wärmstens ans Herz legen. Wunderbar auch, dass nunmehr endlich auch die vom Autor geplante lange Version von “Westwärts 1 & 2″ erscheint: 26 Gedichte und ein Nachwort wurden hinzugefügt!
Mittlerweile beziehen sich zahlreiche Medienschaffende auf Brinkmann: populärstes Beispiel vielleicht Jochen Distelmeyer (Blumfeld: Jenseits von Jedem).
1996 machte ich mich auf, um die Engelbertstraße 65 und ihre Umgebung abzuschreiten – einfach nur um zu sehen, in welcher Umgebung Brinkmann in Köln gelebt hat. Na, damals war ich nicht der einzige, wie mir scheint. Seltsam, die Erinnerungsbilder so oder so im Netz wiederzusehen.

Zum 65. Geburts- und 30. Todestag erscheint so viel Brinkmann-Output, dass sich der “Fan” kaum retten kann. Viele Hörfunk-Beiträge aus dem April habe ich verpasst. Die fünf! CDs mit Tonband-Aufnahmen sind ein leider ziemlich kostspieliger Trost: 44,90 Euro. Kennt jemand das Material? Lohnt sich das?
By the way: Sogar ein Brinkmann-Film wird Ende des Jahres kommen: Brinkmanns Zorn. Die Einstiegsseite vermittelt übrigens einen guten Eindruck, wie so eine Faksimile-Seite aus Brinkmanns Arbeit in den frühen 70er Jahren aussah.
Kurzvorstellung von R. D. Brinkmann, D-Radio, 23. April 2005 (MP3-Datei)
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