Eine Last sein…

Alte Frau aus Cuba

(Public Domain: geekphilosopher.com)

Das Szenario einer senilen Gesellschaft, in der betagte Menschen die Jugend mit ihrer Masse erdrücken, ist mit Frank Schirrmachers Bestseller “Das Methusalem-Komplott” in letzter Zeit in die gesellschaftliche Mitte gerückt worden. Als Teil dieses zukünftigen Problems, denke auch ich immer wieder darüber nach und bin daher sensibilisiert für Äußerungen, die in eine Richtung zielen, die sich schnell aufdrängt: Warum den Alten nicht einfach die Pille reichen und sie zwar in Würde, aber bitte schön schnell, verabschieden?

Um diesem Gedanken Raum zu geben, bedarf es des Diskurses. Und da das Thema in Deutschland belastet ist, findet die Diskussion (zurzeit noch) woanders statt. Doch lassen wir Dr. Helen Warnock, eine führende britische Medizinerin, selbst zu Worte kommen:

“I know I’m not really allowed to say it, but one of the things that would motivate me [to die] is I couldn’t bear hanging on and being such a burden on people.”

Quelle: Times Online

Das Argument ist erdrückend. Warum den müden Alten nicht helfen? Der will doch sowieso nicht mehr. In einem 70er Jahre Science-Fiction-Film mit Charlton Heston werden die Alten sogar weiter verarbeitet zu Nahrungsprodukten: Soylent Green. Edward G. Robinson darf als Greis in seinem Sterberaum dafür immerhin noch einmal das wunderbar frische Grün aus seinen Jugendtagen auf einer Leinwand sehen.

Werden wir ihn in 35 Jahren auch spüren, den vorwurfsvollen Blick unserer Kinder? Der stille Vorwurf: “Warum bist Du eigentlich noch da, Papa?” Der Alte legt sich ins Gras nieder, blickt noch mal in die Ferne und sieht die Horde in der Ferne weiter ziehen.

1 Response to “Eine Last sein…”


  • … dazu eine aktuelle Zahl: Im Jahre 2030 – also, wenn die heute 40 jährigen in Rente gehen – stehen 1,4 Arbeitnehmer einem Renter gegenüber.

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