Meine 15-Minuten-Strecke von Fruchtallee bis Deelbögenkamp ist die Chance für mich, den Tag mit einem kleinen Horizont zu öffnen. Da mir in dieser Jahreszeit immer wieder mal Nick Drake hinter der Stirn aufleuchtet, lag Tom Liwa nahe, der ein bekennender Nick Drake-Verehrer ist.

Lopnor – für alle, die das Album nicht kennen – präsentiert sich in einer radikalen Innerlichkeit, die jedes Schrille von sich weist und dadurch weit weit weg ist von jeder Art von Rock ´n´ Roll-Anspruch.
Trotzdem mag ich das: Nahe Stimmen, akustische Gitarren, ein Kühlschrank, der anspringt, eine Kaffeemaschine, die röchelt. In Lopnor ist man mit sich allein… und mal ehrlich, wo ist man das heutzutage schon?
Was sollen all diese Bekenntnisse nun? Können die das nicht sein lassen? Oder um es mit den Brüdern Engel zu sagen: “Sag, wenn Du was willst, konkret! Sei kein Poet“. Aber so einfach ist das nicht. Diese Art von Musik will in Kontakt bleiben, mit sich selbst, mit einem imaginären Zweiten. Der Vortrag kommt dabei häufig zu einem Schluss: Ich war/bin Dir nicht genug, ich bin mir selbst nicht genug. Darum habe ich verloren, deswegen sitze ich hier und mache Musik… und darum ist es auch Hardcore, weil es mit einem Mangel/Defekt verbunden ist und darum ist es auch schon wieder fast Rock ´n´ Roll ;o)
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